Die Lenormand-Karten
12.04.2010 | Kategorie: Kartenleger-NewsDas Kartenlegen beeindruckt die Menschen bereits seit jeher. Die Zukunftsvorhersage mittels eines einfachen Lenormandkartendecks ist eine unglaubliche Möglichkeit, um einen Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft zu werfen.
Lenormandkarten zählen wohl zu den bekanntesten Karten in der Weissagung. Ihre Schöpferin Marie Anne Adelaine Lenormand (1772 – 1843) gab ihnen den Namen. Sie war eine sehr bekannte Wahrsagerin in Frankreich. Unter dem Künstlernamen „Sybille von Paris“ galt sie bis heute als bedeutendste Persönlichkeit auf den Gebieten Wahrsagen und Kartenlegen.
Die Arbeit der Sybille von Paris mit ihren Lenormandkarten ist legendär: So sollen auch Robespierre und Marat, zwei Protagonisten der Französischen Revolution ihren Rat gesucht haben. Zu ihren Kunden zählten die mächtigsten Herrscher ihrer Zeit, darunter niemand Geringerer als Kaiser Napoleon mit Gattin Josephine sowie Zar Alexander I von Russland.
Sybille von Paris faszinierte beim Legen mit ihren Lenormandkarten mit so präzisen und detaillierten Voraussagen, dass weder von mehrdeutigen Formulierungen noch von ausgeklügelten Täuschungen die Rede sein kann. Bis heute ist ungeklärt, wie sie mit solcher Treffsicherheit weissagen konnte. Dank dieser wirklich erstaunlichen Fähigkeiten wurde Marie-Anne A. Lenormand, die in einer bescheidenen Kaufmannsfamilie in einem Dorf in der Normandie aufwuchs, zu einer reichen und angesehenen Dame der Pariser Gesellschaft.
Das kleine Deck der Lenormandkarten besteht aus 36 Karten. Die Bilder jener Karten enthalten Symbole, die überwiegend im Biedermeier-Stil gestaltet wurden. Dies lässt auf eine Entstehung im frühen 19. Jahrhundert schließen. Man erkennt auf ihnen schlichte Symbole wie Haus, Herz, Baum. In anderen Kartenausgaben sind die Bilder durch kurze Verse ersetzt worden, die die Bedeutung der Lenormandkarten ausdrücken sollen. Das große Deck aus insgesamt 54 Karten weist neben den Bezeichnungen, die aus dem Spiel Rome bekannt sind, auch Buchstaben, Pflanzen, astrologische Bilder sowie weitere Bilder auf. Sie haben ihren Ursprung wohl aus den Tarotkarten nach Etteilla.
Von Zigeunerkarten oder Kipperkarten unterscheiden sich Lenormandkarten meist dadurch, dass sie zusätzlich zum Hauptmotiv die Abbildung einer Spielkarte zeigen. Bei den Lenormandkarten unterscheidet man zwischen Sachkarten, Personenkarten und Karten, die beides symbolisieren. Die Gesamtaussage ergibt sich bei den Lenormandkarten wie beim Tarot durch Bedeutung und Position der Karten beim Auflegen.
Wichtig ist es, dass die Lenormandkarten bei der großen Legung im Zusammenhang mit den jeweiligen Karten aus der direkten Umgebung gedeutet werden. Das dient dazu, dieses als Gesamtes betrachten zu können und so mehr über Hintergründe, Bedeutungen und Umstände zu erfahren. Und doch gibt es bei den Lenormandkarten dafür keine Pauschaldeutung. Hierbei ist die Erfahrung und besondere Intuition des Kartenlegers sehr wichtig und von Vorteil. Gerade die Lenormandkarten, die eine Personenkarte umgeben, haben einen direkten Zusammenhang. Aber auch die Entfernung zu dieser spielt eine wesentliche Rolle und hat daher auch immer eine unterschiedliche Bedeutung. Genau dieser Umstand ermöglicht dem Berater einen gewissen Interpretationsspielraum.
